Hallo ihr lieben,

in diesem Post möchte ich euch gerne über die Geburt von Lewin erzählen. Am 08.12.2016 hatten wir den Termin zur Anmeldung der Geburt und das Planungsgespräch in der Asklepios Klinik Altona. Als ich am Morgen aufgestanden bin habe ich mich schon kurz gewundert wie viel „Ausfluss“ ich habe -.- aber nun gut in der Schwangerschaft ist ja eh alles anderes und ich habe mir nicht weiter gedanken darüber gemacht. Also bin ich duschen gegangen und habe mich für den Termin vorbereitet.


Im Krankenhaus wurden wir nett empfangen und haben alle Papiere ausgefüllt. Nach dem Gespräch mit einer Hebamme ist eine Ärztin zu uns gekommen und hat uns noch weitere Informationen gegeben und unsere Fragen beantwortet. Nach dem Gespräch habe sie gefragt ob sie einmal nachschauen könnte ob alles gut bei mir ist. Sie hat einen Abstrich gemacht und 10 min später hatten wir das Ergebnis, dass die Fruchtblase gesprungen ist. Das war für meinen Mann und mich natürlich ein heftiger Schock!! Ich hab geweint und in meinem Kopf schoss nur ein Gedanke – ES IST ZU FRÜH!!! Ich war ja „erst“ in der 35+3 SSW.

Die Ärztin sagte, dass ich gleich da bleiben muss und mein Mann soll doch bitte die Kliniktasche holen. (Gut das ich die schon fertig gepackt hatte) Sie sagte wir warten jetzt noch bis zum Abend und schauen ob die Geburt von selber los geht. Wir haben natürlich gehofft, dass es von selber los geht und ich keine Eileitung brauche.

Gegen 18:00 Uhr bekam ich die erste Tablette zum einleiten der Wehen. Langsam aber sicher habe ich gemerkt, dass sich da was tut in meinem Bauch, ein leichtes ziehen hat sich bemerkbar gemacht. Wir haben übrigens erst Stundenlang auf dem Flur verweilt, da in dem Zimmer wo ich untergebracht wurde eine andere Dame war, die durchgehend Abgepumpt hat  und nicht wollte, dass mein Mann mit im Zimmer ist. Ca. 3 Stunden nachdem ich die Tablette bekam lag ich am CTG und man sah schon deutlich Kontraktionen. Gegen Mitternacht bekam ich die zweite Tablette und auf einmal haben wir nur gehört wie die Herztöne von Lewin langsamer wurden. In Windeseile stürmten Ärzte und Hebammen in unser Zimmer und haben mir Spritzen in den zuvor gelegten Zugang  gejagt um die Wehen zu Stoppen. Die Ärztin schaute mich an und sagte immer wieder : Sie müssen tief ein und ausatmen – dass wiederholte sie so oft und in einer Lautstärke, die mir richtig Angst gemacht hat. Ich hab mich zusammengerissen und geatmet, so dass mir schon schwindelig wurde. Nach 5 min hatte sich die lange wieder beruhigt und ich hab natürlich geweint und hatte einfach nur panische Angst. Die Ärztin erklärte uns, dass manche Babys mit den „künstlichen“ Wehen erstmal nicht so gut klar kommen und das wir uns keine sorgen machen sollen. Bis zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund übrigens erst ca.2cm auf. Wir sollten jetzt erstmal etwas schlafen und abwarten ob sich von selber noch was tut. In dem Zimmer fühlten wir uns überhaupt nicht mehr wohl und total unsicher, an schlafen war keines Wegs zu denken, da wir keine Überwachung mehr hatten (CTG), also sind wir wieder hoch in den Kreißsaal gegangen und haben die Nacht in einem Wehenzimmer am CTG verbracht. Von da an hatten wir das Bedürfnis unter ständiger Überwachung zu stehen und konnten unsere Augen nicht mehr von dem CTG lassen.

Am nächsten Morgen gegen 8:00 Uhr bekam ich die DRITTE Tablette -.- ich hatte mega Panik die zu nehmen. Nach einiger Zeit merkte ich wieder stärkere Wehen, die Hebamme hat zwischenzeitlich nochmal nach dem Muttermund geschaut- der hat sich aber kein bisschen mehr geöffnet. Und auf einmal fielen die Herztöne wieder so rapide ab, die Ärzte kamen wieder rein gerannt ins Zimmer und haben mir das Mittel gegen die Wehen gespritzt – wieder hieß es ATMEN ATMEN ATMEN!!!! Keine 5 min später kam eine andere Ärztin mit dem Aufklärungsbogen für den Kaiserschnitt- den sollte ich nur noch unterschreiben und dann ging es direkt in den OP! Ich war erleichtert, dass Lewi jetzt endlich „raus“ kommt – ich hatte aber auch Riesen große ANGST! Mit dem Thema Kaiserschnitt habe ich mich während der ganzen Schwangerschaft auseinander gesetzt, weil ich immer wieder große Angst vor einer normalen Geburt hatte, aber als es dann auf einmal fest stand, dass es jetzt wirklich ein KS werden soll, war ich traurig weil ich mir eine natürliche Geburt für Lewi gewünscht habe. (was für ein Gefühlschaos)

Um 11:12 Uhr hat Lewin das licht der Welt erblickt, mit einem kleinen Schrei hat er uns begrüßt. Er war 46cm und wog 2520g.Ich durfte ihn gerade mal 3 Sekunden sehen und sein kleines zartes gesucht streicheln, dann wurde er direkt auf die Intensivstation gebracht. Während ich noch im OP lag durfte mein Mann mit ihm gehen und nach den Untersuchungen mit ihm Kuscheln. Meine Mama und meine Schwester haben im Kreißsaal auf mich gewartet. Ich habe erst mal geweint und alles rausgelassen was sich angesammelt hat. Die Schmerzen waren schrecklich und insgesamt war die ganze Situation einfach nur grausam. Da lag ich nun, ohne mein Baby und mit schrecklichen schmerzen. Nicht nur die schmerzen von der OP, sondern auch diese Angst  um das Baby sind verdammt schmerzhaft, so eine Art von schmerz (Herzschmerz) habe ich noch nie gefühlt. 

Irgendwann wurde ich dann auf unser Zimmer gefahren und musste dort so lange bleiben bis ich meine Beine wieder spüren konnte und aufstehen konnte. Ich weiß garnicht mehr genau wie viel Zeit vergangen ist – für mich eine Ewigkeit – bis ich Lewin das erste mal richtig gesehen habe. Es war auf jeden fall schon gegen Abend. Mit aller Kraft habe ich mich in Rollstuhl gesetzt, weil es keine Möglichkeit gab mich mit dem Bett auf die Intensiv Station zu fahren. Da lag mein kleines Baby nun! Ich war völlig überfordert mit der ganzen Situation aber überglücklich, dass es Lewin gut ging. Diese Gefühle sind wirklich unbeschreiblich.

Über die Zeit auf der Intensivstation berichte ich in einem neuen Post, wenn ihr noch fragen habt – schreibt mir gerne in den Kommentaren.

Bis bald.

 

 

1 Comment on Geburtsbericht ungeplanter Kaiserschnitt

  1. Sehr sehr geiler Beitrag, vielen Dank dafür!

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